Reise blog von Travellerspoint

Die letzten Tage in Armenien - Das Ende unserer Reise


View Armenien, Aserbaidschan, Georgien 2017 auf franzijacob's Reise-Karte.

Liebe Leser,
seit gestern sind wir wieder in Warschau, haben etwas Schlaf nachgeholt und die dreckigen Klamotten gewaschen. Nun möchte ich euch noch über unsere letzten Reisetage in Armenien berichten.
Am Mittwoch sind wir von Yerevan an den Sevan See gefahren. Er liegt in der Mitte des Landes und scheint in der ausgedörrten Landschaft der einzige Fleck Wasser zu sein. Nach einer Stunde Taxifahrt erstreckte sich der blaue See vor uns, das Wasser klar und still. Unser Hotel lag nicht in der Stadt Sevan, sondern ein paar Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Sees. Es handelt sich hierbei um ein ganzes Resort mit einzelnen Bungalows direkt am Wasser und mehreren kleinen Stränden. Hier genossen wir zwei schöne sonnige Tage und entspannten uns am Strand. Da es schon Mitte September war, war es ungewöhnlich leer und ruhig, aber trotzdem vom Herbst, der zu der Zeit schon Deutschland erreichte, nichts zu spüren. Am Donnerstag machten wir uns auf zu nahe gelegenen Tankstelle, um uns etwas zu trinken zu kaufen, denn einen Supermarkt gab es hier nicht. Wir liefen an einer Hauptstraße entlang und hörten plötzlich ein Bellen. Und schon kam ein Hund aus dem hohen ausgetrockneten Gras auf uns zu gesprungen. Nach einem anfänglichen kleinen Schreck machte sich jedoch Mitleid breit, denn es handelte sich hierbei um einen kleinen, schwarzen Babyhund. Bei genauerem Hinsehen sahen wir noch zwei weitere Babyhunde im Gras liegen, der eine leider am Bein verletzt und sehr, sehr dünn. Straßenhunde sind in diesem Land nichts ungewöhnliches. Häufig trifft man Hunde in Städten an, die im Müll auf der Suche nach Essen sind und sehr krank aussehen. Doch als wir die drei kleinen Hunde so hilflos an der Straße liegen sahen, ohne Wasser und einer Futtermöglichkeit wussten wir auch nicht mehr was wir machen sollten. Irgendein Idiot hat sie hier ganz offensichtlich einfach aus dem Auto geworfen. Aus Ratlosigkeit nahmen wir sie erstmal mit ins Hotel. Auf dem Weg dorthin hielt ein Auto an und erklärte sich bereit einen Welpen mitzunehmen. Die anderen beiden setzten wir im Gras vor der Rezeption ab, gaben ihnen Wasser und regelmäßig Essensreste. Hier erschien uns ihre Überlebenschance höher als an der Straße. Auch andere Touristen und die Angestellten des Hotels kümmerten sich um sie. Nach unserer Abreise am Freitagvormittag fragen wir uns bis jetzt noch häufig, wie es ihnen wohl geht und ob sie noch da sind. Wir hoffen, besonders der kranke Hund überlebt…
Weiter fuhren wir nun in den Norden Armeniens, in die Stadt Alaverdi. Die Stadt war auf keinen Fall schön, eher das Gegenteil. Wir waren etwas schockiert als wir vor unserer Unterkunft standen. Das Haus war sehr verfallen mit kaputten Fenstern und einer grauen Fassade. Die meisten Häuser sahen hier so aus. In Deutschland wohnen so noch nicht mal die Ärmsten und hier scheint das normal zu sein. Die Häuser stammen offensichtlich noch aus dem Kommunismus und wurden seitdem auch nicht renoviert. Die kaputten Stellen werden häufig mit Wellblech selbst repariert. Viel zu sehen gibt es hier auch nicht, außer zwei Klöster, zu denen wir fuhren. Beide liegen oberhalb der Stadt auf einem Berg, wovon man eine ganz gute Aussicht hat. Nach so vielen Kirchenbesichtigungen überraschte uns hier nichts mehr und waren letztendlich auch ganz froh, dass es die letzten waren.
Schon am Samstag fuhren wir die vier Stunden ein letztes Mal mit einer Marschrutka zurück nach Yerevan. Am Sonntag shoppten wir noch etwas Souvenirs an einem Markt in Yerevan und fuhren dann mittags zum Flughafen.
Abschließend kann ich zu dieser Reise sagen, dass es sich mal wieder auf jeden Fall gelohnt hat und wir viele verschiedene Eindrücke gewonnen haben. Die Länder sind wirklich sehenswert und einzigartig mit ihrem Charme, der eine Mischung aus Persien, Russland und Europa darstellt. Dies findet man sonst nirgendwo auf der Welt! Die Landschaft ist meist atemberaubend und so anders als bei uns zu Hause. Ob die hohen Berge des Kaukasus, bewaldete Hügel oder fast eine Wüstenlandschaft ohne Zivilisation, Ausblick auf das Schwarze oder Kaspische Meer oder auf den See Sevan – die Länder haben vieles zu bieten. Oft wurde ich schon gefragt, welches Land mir von den dreien am besten gefallen hat. Diese Frage kann ich ohne zu zögern mit Georgien beantworten. Die Herzlichkeit der Menschen, das wahnsinnig gute Essen, die abwechslungsreichen Erlebnisse und die tolle Landschaft mit schönen Städten haben mich um den kleinen Finger gewickelt und dies hat dazu geführt, dass ich mich dort am wohlsten gefühlt habe. Aserbaidschan war ebenfalls sehr interessant und total anders als Georgien. Von Armenien waren wir letztendlich etwas enttäuscht. Wir haben uns das Land etwas vielfältiger vorgestellt. Das einzige, was man dort sehen kann, sind Kirchen und Klöster. Das Land hat außer Yerevan keine schöne Stadt zu bieten und man fühlt sich häufig etwas einsam im ausgetrockneten Nirgendwo ohne Zivilisation. Außerdem störte und des Öfteren die Einstellung der Menschen dort. Sie scheinen manchmal Minderwertigkeitskomplexe zu haben, wenn es um ihr Land geht. Sie sind auf alle umliegenden Länder nicht gut zu sprechen, außer auf Georgien, und wütend auf alle Nationen, die größer und schöner sind. Zum Beispiel der Ararat – er gehört ganz klar zur Türkei und die Armenier sprechen immer voller Stolz von dem Berg als gehöre er zu ihnen. Oft zeigen sie auf Land und sprechen davon, dass es vor 2000 Jahren einmal zu Armenien gehört hat und sagen jedem, wie toll doch Armenien ist. Dies macht die ganze Sache etwas unsympathisch und irgendwann reagierten wir darauf schon etwas genervt.
Trotzdem fand ich die gesamte Reise unglaublich toll und hat uns bereichert. Nach jeder Reise wächst das Empfinden, wie viel Glück man doch hat, woher man kommt und wie viel man eigentlich hat. Dies ist keinesfalls selbstverständlich, wie wir schon oft bemerkt haben und man sollte es mehr zu schätzen wissen und dankbar dafür sein.
Es hat mich gefreut, dass ihr uns auf dieser Reise durch die Kaukasusländer begleitet habt. Mal sehen, wohin es uns nächstes Jahr verschlägt. Verschiedene Ideen haben wir schon…
Bis zur Reise 2018, eure Franzi

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Sevan
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Alaverdi
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Markt in Yerevan

Eingestellt von franzijacob 03:09 Archiviert in Armenien Kommentare (0)

Im Süd-Ost-Zipfel Armeniens


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Liebe Leser,
von Yerewan sind wir am Sonntag in den Süd-Osten Armeniens gefahren. Zuerst ging es in den Ort Areni, der bekannt für Wein ist. Die Fahrt dorthin ging durch die ausgetrocknete, karge Landschaft Armeniens. Zunächst an der Grenze zur Türkei entlang, vorbei am Ararat bis der weiße Gipfel nicht mehr zu sehen war. Dicht an der türkischen Grenze liegt ein Kloster namens Chor Virap, wo wir eine Pause einlegten, um dieses zu besuchen. Der Ararat schien hier zum Greifen nahe und wir sahen Stacheldraht und Wachtürme, die die Türkei von Armenien abgrenzen. Das Kloster ist eine wichtige Wallfahrtsstelle und bekannt für die Kerker, wo man heute noch hinunter klettern kann. Eine schwindelerregende Leiter führt hinunter durch ein enges Loch in einen dunklen Raum, den ein König einst als Kerker nutzte. Der Mittelpunkt der Anlage bildet die Muttergotteskirche, nicht zu verfehlen mit der typisch armenischen Kuppel. Als wir eintraten, fand sogar gerade ein Gottesdienst statt und die Köpfe der betenden Frauen waren in Tücher gehüllt. Auffällig ist hier und auch in Georgien, dass häufiger Jugendliche oder jüngere Leute in die Kirche gehen, auch wenn gerade kein Gottesdienst stattfindet. Die Leute sind allgemein in dieser Region sehr gläubig. Weiter ging es schließlich nach Areni, wo wir an einer Weinprobe teilnahmen. Der Wein hat hier jedoch meist einen komischen Nachgeschmack, weshalb er mir nicht so sehr schmeckte. In Areni besuchten wir außerdem eine Höhle, wo man den ältesten Schuh der Welt fand, der schon 5500 Jahre alt ist. Von Areni aus besichtigten wir noch ein weiteres Kloster Noravank, welches zwischen felsigen Bergen am Ende einer Schlucht liegt. Es gilt als das schönste Kloster Armeniens und liegt in völliger Einsamkeit. Wieder zurück in Areni wurden wir freundlich in unserem Gasthaus empfangen. Das Dorf scheint abgeschnitten von der Außenwelt. Es gibt keine gepflasterten Straßen, Hühner laufen gackernd frei herum und vor jedem Haus hängen Weintrauben, die wir natürlich auch probieren durften und ganz anders schmecken als aus dem Supermarkt. Neben Weintrauben findet man hier noch Früchte die aufgeschnitten auf Häusermauern in der Sonne liegen und somit getrocknet werden. Die Oma unserer Gasthausbesitzerin trocknete Aprikosen, die wirklich köstlich schmeckten.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Tatev, ebenfalls ein kleiner Ort, jedoch in den Bergen. Der Ort ist entweder durch eine kurvige, steile Schotterpiste oder durch eine Seilbahn zu erreichen. Hin nahmen wir die Schotterpiste mit einem Taxi. Wir fuhren an merkwürdig aufgereihten Steinen vorbei, die vor Millionen von Jahren einmal Häuser gewesen waren. Die Landschaft veränderte sich langsam, was am Klimawechsel liegen muss. Die Berge verwandelten sich von sandig und karg zu grün und bewaldet. Und ein angenehm frischer Wind pfiff um die Nase. Nichts desto trotz kamen wir auch bei dieser Fahrt an keiner Zivilisation vorbei. Yerevan scheint in Armenien die einzige richtige Stadt zu sein, wo auch über die Hälfte der armenischen Bevölkerung lebt. Sonst existieren in diesem Land nur mini Dörfer, umringt von karger, hügeliger Landschaft. In Tatev angekommen liefen wir zu einem Kloster, welches an einem steilen Felsvorsprung inmitten der bewaldeten Bergen liegt. Außer der Kirche kann man hier die einzelnen Räume der Mönche betreten, die einmal dort gelebt hatten.
Zurück ging es am nächsten Tag, zunächst hinunter mit der Seilbahn (sie soll mit über 5km dir längste der Welt sein…), dann in den nächstgelegenen Ort Goris, wovon es es mit der Marschrutka zurück nach Yerevan ging, was Ausgangspunkt zu unserem nächsten Ziel sein soll.
Bis zum nächsten Mal, eure Franzi

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Chor Virap
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Areni
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Noravank
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Die alten Steine
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Tatev
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Der Ararat bei Sonnenuntergang

Eingestellt von franzijacob 09:52 Archiviert in Armenien Kommentare (0)

Von Yerewan ganz hoch hinauf


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Hallo liebe Leser,
die letzten Tage haben wir in Yerewan, in der Hauptstadt Armeniens und in der Umgebung verbracht. Am Mittwoch, unser erster Tag in Armenien, haben wir Yerewan selbst angeschaut. Die Stadt ist eine moderne, lebhafte Großstadt und ohne Zweifel schön mit ihren zahlreichen Cafés und Geschäften. Dennoch fande ich beispielsweise Tbilisi um einiges sehenswerter. Yerewan hat leider nicht so viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Stadt eignet sich gut zum Flanieren und um sich in einem der zahlreichen gemütlichen Restaurants niederzulassen. Jedoch gibt es keine Altstadt und nur noch wenige von den alten schönen armenischen Häusern. Diese mussten leider Betonbauten Platz machen, die den Charme der alten Häuser nicht mal annähernd ersetzen können. Wir liefen also durch die Stadt, von der Oper über den Republiksplatz, der umringt von Regierungsgebäuden ist und wo Kinder am großen Springbrunnen spielen. Die Stadt weist ein orientalisches Flair auf, welches durch die Sprache, die etwa so wie türkisch klingt, und durch die sonderbar klingende Musik aus Cafés noch verstärkt wird. Die Autos drängen sich in dichtem Verkehr laut hupend durch die Straßen und man muss echt aufpassen, dass man am Zebrastreifen nicht überfahren wird. Sofort viel uns auf, dass die armenischen Frauen offenbar einen Faible für Styling und Mode haben. Denn man fühlte sich sofort etwas underdressed in unserer Reisekleidung angesichts der gestylten Armenierinnen. Dennoch werden fast immer lange Hosen auch bei über 40 Grad gewählt, was auf konservative und religiöse Erziehung schließen lässt. Um der unerträglichen Mittagshitze zu entfliehen entschlossen wir uns dazu das Historische Museum zu besuchen, was die armenische Geschichte ziemlich gut darstellte, wovon ich eigentlich bis jetzt fast noch nichts wusste.
Am Donnerstag fuhren wir mit der Marschrutka zu dem nicht weit entfernten Ort Edschmiatsin. Dort findet man den Vatikan der Armenier, der sich jedoch keinesfalls mit dem aus Rom vergleichen lässt. Man kann dort eine sehr alte Kathedrale aus dem Jahr 303, weitere Kirchen und ein Museum besuchen. Die armenischen Kirchen weisen einen ganz eigenen Stil auf, der sich gut mit dem romanischen vergleichen lässt. Jedoch besitzen die Kirchen zusätzlich noch eine Kuppel. Im Gegensatz zu den georgischen Kirchen sind die armenischen jedoch nicht mit Ikonen bemalt sondern sehr schlicht und gar nicht in irgendeiner Form verziert. Anschließend ging es noch nach Zvarthnots, wo man heute nur noch die Ruinen einer alten Kirche besuchen kann. Die Aufstellung der verschnörkelten Säulen und der Steine lässt vermuten, wie die Kirche einmal ausgesehen haben muss.
Am nächsten Tag entschlossen wir uns dazu zunächst nach Garni, dann nach Gebhard zu fahren. In Geghard findet man inmitten der ausgetrockneten Landschaft, die so typisch für Armenien ist, ein Höhlenkloster, welches jedoch ganz anders ist, als die, die wir zuvor schon in Georgien gesehen hatten. Mittelpunkt ist eine Kirche, die halb außerhalb und halb innerhalb eines Felsenhügels liegt. Dadurch war es innerhalb der Kirche erstaunlich dunkel. Außerdem erkennt man in dem weichen vulkanischen Gestein einige Höhleneingänge, die Menschen vor vielen Jahren dort hineingeschlagen haben. Danach ging es weiter zu einem alten Tempel aus der Antike und zu den Ruinen eines Sommerpalastes in Garni. Nachdem man die wenigen Stufen zum Tempel emporgestiegen ist, hat man eine wunderbare Aussicht auf die armenische karge Landschaft und auf den Ararat, dessen weißen Gipfel man von fast überall sehen kann und doch immer wieder mit seinem wunderbaren Anblick und seiner Größe erstaunt. Da wir nachmittags schon wieder zurück waren, gingen wir in Yerewan noch in einen Aqua Park, was eine gute Abwechslung zum Kulturprogramm darstellte.
Der heutige Tag war aufregend, anstrengend und doch schön zugleich. Wir entschieden uns dazu, den kleinen Bruder des Ararat, den Aragaz zu besteigen. Er weist eine Höhe von 4000 Metern auf und lässt sich zu Fuß auch ohne Bergsteigererfahrung besteigen. Man kann mit dem Auto bis auf 3000 Höhenmeter fahren und muss anschließend zu Fuß weiter. Von unten sah der Berg gar nicht so hoch aus, vor allem nicht neben dem 5000 Meter hohen Ararat, was jedoch täuschte. Der Weg gestaltete sich als äußerst schwierig, zumal es eigentlich überhaupt gar keinen Weg gab und auch keine Markierungen, sowie man das aus den Alpen kennt. Häufig mussten wir über große Felsen balancieren oder uns auf einem steilen Geröllfeld langsam entlang tasten. Zudem erschwerte die dünne Luft der Höhe den Aufstieg, was wir durch Atemnot, Herzrasen, Kopfschmerzen und leichten Schwindel zu spüren bekamen. Wir genossen jedoch das kühle Bergklima, was zu 45 Grad Hitze der letzten Tage eine willkommene Abwechslung war. Oben angekommen, war man dann doch stolz auf einem 4000er zu stehen und man genoss die Aussicht, welche sich besser durch die Fotos zeigen lässt.
Morgen geht unsere Reise weiter, kreuz und quer durch ganz Armenien…
Bis dann, eure Franzi

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Yerewan
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Vatikan
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Zvarthnots
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Geghard
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Garni
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Aqua Park
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Mount Aragaz

Eingestellt von franzijacob 11:18 Archiviert in Armenien Kommentare (0)

Tschüss Georgien, Hallo Armenien


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Liebe Leser,
die Reise durch Georgien neigte sich nun dem Ende zu und ich berichte euch hier über die letzten 2 Tage dort und über unsere Ankunft in Armenien.
Der Sonntag war etwas stressig und mit vielen Kilometern in Marschrutkas verbunden. Wir wollten nämlich die Sehenswürdigkeiten in Kutaissi noch nachholen, die wir in der Woche zuvor wegen eines Feiertags nicht besuchen konnten. So fuhren wir zunächst von Batumi 3 Stunden weg vom Meer wieder nach Kutaissi und von dort mit dem Taxi zuerst in den Naturpark Sataplia. Der Park erstreckt sich über die Hänge eines erloschenen Vulkans auf einem kleinen Berg. Hier findet man den letzten subtropischen Raum mit besonderen Pflanzen und Tieren in Georgien, alle anderen im Land wurden zerstört. Wir liefen zunächst durch den Wald und nahmen das andere Klima, die hellgrünen Farben der Pflanzen und die exotischen Geräusche der Tiere wahr. Unser Guide verwies hin und wieder auf seltsame Fußabdrücke auf Gestein, die zeigten, dass vor Millionen von Jahren in diesem Gebiet einmal Dinosaurier gelebt hatten. Weiter ging es in eine Höhle mit Stalagmiten und Stalaktiten, was wirklich cool war. Anschließend ging es weiter mit dem Taxi zu den Prometheus-Höhle. Sie ist 1,5 Kilometer lang und ganz begehbar. Das Gestein war innen wunderschön beleuchtet und wir waren beeindruckt von den besonderen Formen. Die Führerin erzählte uns, dass zum Beispiel 1cm eines Stalaktiten in 100 Jahren entsteht. Wenn man sich dann überlegt, dass einige schon 1-2 Meter hoch sind… Enttäuscht waren wir von den anderen Touristen, die laut plappernd durch die Höhle liefen, alles anfassen mussten und mit Blitz fotografierten. Sie nahmen keine Rücksicht auf die dort lebenden Tiere und überhörten die Bitten unserer Führerin. Wenn dies so weitergeht, wird dieser wunderbare Ort irgendwann wohl zerstört sein. Am Ende ging es mit dem Boot weiter, auf einem Fluss, der das Innere der Höhle mit der Außenwelt verbindet. Zum Glück konnten wir diese 2 Sehenswürdigkeiten noch nachholen, obwohl wir am Abend nach weiteren 4 Stunden Fahrt fix und fertig in Achalziche ankamen.
Die Kleinstadt Achalziche liegt nur 10 Kilometer von der Türkei entfernt und überraschte uns mit einer Ruhe und Sauberkeit. Der Grund, weshalb wir diese Stadt als letzte in Georgien ansteuerten, war jedoch der nicht weit entfernte Ort Wardsia, wo man noch ein weiteres Höhlenkloster besuchen kann. Dieses sollte das Beste von den dreien sein, die wir uns insgesamt in Georgien angeschaut hatten. Obwohl die Hitze fast unerträglich war (45 Grad!) und die Sonne erbarmungslos auf unsere Köpfe brannte, erklimmen wir den kleinen Berg. Schon von unten sah man zahlreiche Löcher im Sandstein, welche die Eingänge zu den Räumen markierten. Die Höhlen erstrecken sich über mehrere Etagen und sind durch Galerien und Terrassen miteinander verbunden. Wie tief das Kloster in den Berg hineinragt, erfuhren wir als wir sogar in mehrere Tunnel und Gänge laufen konnten. Wir entdeckten Meditationsräume, eine Kirche und sogar die Ruinen einer Apotheke. Überrascht waren wir davon, wie durchdacht alles entworfen wurde. So gab es sogar Lüftungsschachte und Rinnen im Stein, wo das Regenwasser ablaufen konnte. Am Abend besuchten wir noch die beleuchtete Festung von Achalziche, die auf einem Hügel über der Stadt trohnt. Sie ist ein Adelspalast aus dem 13. Jahrhundert und beeindruckt mit seiner Größe. Innerhalb der Mauern ist eine Moschee noch gut erhalten, mehrere Türme und auf einem großen Platz kann man heute in einer Bar Cocktails trinken. Der Tag war sehr anstrengend, vor allem aufgrund der Hitze, aber er war auch schön und wir haben ihn gut ausklingen lassen.
Zum Schluss kann ich zu Georgien eigentlich nur Gutes sagen. Wir haben uns so wohl und willkommen gefühlt durch die Gastfreundschaft der Einwohner. Man hat nicht das Gefühl die Leute sind nur nett, um Geld zu bekommen, wie das so oft der Fall ist. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Georgier kommt wirklich von Herzen. Außerdem ist das Land selbst wunderschön und hat abwechslungsreiche Landschaften und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Es lohnt sich auf jeden Fall dieses Land zu besuchen, zumal man immer mit köstlichen Speisen umsorgt wird. Das Leben hier ist im Vergleich zu deutschen Preisen viel billiger und das Land gilt als sehr sicher, was wir auch deutlich merkten. Nie hatten wir um unsere Sachen Angst. Aus diesen Gründen verließen wir heute Georgien etwas traurig, aber auch mit Vorfreude auf ein neues Land, Armenien.
Die Fahrt dorthin dauerte mit der Marschrutka 7 Stunden, obwohl es sich dabei nur um 260km handelt. Gott lob unsere deutschen Autobahnen. Unser Fahrer musste hin und wieder um die Löcher in der Straße Slalom fahren oder scharf bremsen, da eine Kuhherde die Straße überquerte. Auf der Grenze mussten wir für einen Moment zittern, da wir über Aserbaidschan ausgefragt wurden, warum wir dort waren. Die zwei Länder sind nämlich miteinander zerstritten und die Polizisten waren somit etwas misstrauisch. In Yerewan, Armeniens Hauptstadt angekommen, liefen wir noch ein wenig durch die Stadt. Es ist hier wirklich unglaublich heiß, über 40 Grad und man ist schon nach der kleinsten Bewegung schweiß gebadet. Yerewan glänzt durch hohe moderne Gebäude, Geschäfte und Bars. Das hatte ich eigentlich nicht erwartet, da unsere Marschrutka die ganze Zeit nur durch karge Landschaft gefahren ist und keine Zivilisation zu sehen war. Für einen Moment war sogar der schneebedeckte Ararat in der Ferne zu sehen, ein 5000m hoher Berg, der eigentlich schon in der Türkei liegt.
Die nächsten Tage werden wir in Yerewan verbringen und uns auch die Umgebung anschauen. Bis dann, eure Franzi

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Sataplia
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Prometheus-Höhle
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Wardsia
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Achalziche
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Armenien, Yerewan

Eingestellt von franzijacob 10:39 Archiviert in Armenien Kommentare (0)

Am Schwarzen Meer


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Hallo liebe Leser,
Die letzten Tage waren etwas entspannter, weil wir nun zum Schwarzen Meer reisten und uns etwas am Strand entspannen konnten. Wir hatten das Gefühl, dass das nach über zwei Wochen rumreisen dringend nötig sei.
Von Svanetien, also vom Gebirge, fuhren wir in die Stadt Sugdidi, um dort einen Zwischenstopp einzulegen und um die Nacht dort zu verbringen. Da wir sonst viele Kilometer mit der Marschrutka teilweise über Passstraßen zurücklegen müssten, erschien uns dies die beste Lösung. Sugdidi selbst war jetzt keine so aufregende Stadt, aber trotzdem besuchten wir eine ehemalige Residenz eines Fürsten, der im 19. Jahrhundert dort einmal geherrscht hatte. Es ist heute noch viel im Palast selbst zu sehen, wie Bilder, Geschirr mit Familienwappen oder alte Möbel. Da wir sogar eine eigene Führung auf deutsch bekamen, war dies sehr interessant. Zum ersten Mal in diesem Urlaub regnete es, was wir jedoch als abwechslungsreich und erfrischend fanden.
Da ich gestern Geburtstag hatte, planten wir diesen Tag am Strand in Ureki am Schwarzen Meer zu verbringen, um uns ein wenig zu entspannen. Ureki ist ein kleiner Ort, wo meistens die Georgier mit ihren Familien ihren Urlaub verbringen. An kleinen Sträßchen werden Strandspielzeuge, Obst und Getränke verkauft und zahlreiche Hotels reihen sich aneinander. Der Strand ist etwas besonderes, da der Sand nicht hell ist, so wie ich es nur kannte, sondern schon fast schwarz. Es handelt sich nämlich um vulkanischen und magnetischen Sand und die Georgier scheinen der Meinung zu sein, er sei irgendwie gesund, denn sie bevorzugen es meist im Sand zu liegen und nicht auf dem Handtuch. Warum das Schwarze Meer so heißt, wurde mir beim ersten Anblick klar. Es ist tatsächlich dunkler als andere Meere und sieht schon fast bedrohlich aus, was es natürlich nicht ist. Ich fand heraus, dass das durch die Pflanzen im Meer zu Stande kommt. Außerdem ist der Salzgehalt geringer, was ich als sehr angenehm empfand, weil die Haut nicht so klebrig wird. Obwohl doch relativ viel los war am Strand, genossen wir es einfach nur dazuliegen und uns ab und zu in den hohen Wellen zu erfrischen. Unser Hotel war auch super und wir gönnten uns sogar all inklusive und aßen deshalb fast den ganzen Tag. In Georgien ist man der Meinung, der Gast soll wie ein Gott behandelt werden und nach diesem Motto schien das Personal im Hotel wirklich zu leben. So eine Gastfreundschaft und Offenheit habe ich bis jetzt in keinem anderen Land erlebt. Wir erfuhren, dass an diesem Abend ein Grill-Schaschlik-Abend mit allen Gästen stattfinden wird. Dies veranstaltet man in diesem Hotel einmal die Woche und wir hatten somit Glück. Die Tische wurden zusammengestellt, sodass man mit den anderen Gästen an einer langen Tafel saß und mit ihnen ins Gespräch kam. Je mehr Wein ich trank, desto mehr russisch konnte ich plötzlich auch verstehen. :D Die Hotelbesitzerin nutzte nämlich jede freie Minute, um irgendeinen Trost auszusprechen, woraufhin man nach georgischer Tradition sein volles Weinglas exen musste. Für sein eigenes Glück musste außerdem jeder Gast zuerst einen vollen Kelch und dann ein Horn voller Wein austrinken, angefeuert von den anderen. Zwischen Wein und viel Essen wurde immer auf georgischer Musik getanzt, wozu ich natürlich jedes Mal von der Hotelbesitzerin aufgefordert und von meinem Stuhl gezogen wurde. Hinter meinem Rücken hatte Kamil eine Geburtstagsüberraschung geplant und somit wurde auch ein Trost auf mich ausgesprochen und ein Küchenmädchen marschierte mit einer Torte und einer großen Wunderkerze auf lauter Musik herein. Die Torte teilten wir mit den anderen Gästen, die wirklich gut schmeckte. Abschließen kann ich zu dieser Party sagen, dass es wirklich ein gelungener Geburtstag war! Von der großen Gastfreundschaft und der Ungezwungenheit des georgischen Volkes bin ich positiv überrascht. Hier ist es so, dass einfach jeder mit jedem tanzt und Spaß hat, egal ob man sich kennt oder aus dem gleichen Land kommt oder nicht. Nichts ist steif oder irgendwie peinlich, man schließt neue Bekanntschaften und feiert einfach so. Ich finde, davon kann man sich viel abschauen und lernen.
Heute fuhren wir trotz Übermüdung weiter an der Küste entlang in die Stadt Batumi. Batumi ist eine lebhafte touristische Stadt mit einer Strandpromenade und einem steinigen Strand. Da das Wetter jedoch nicht so super war, entschieden wir uns diesen Tag nicht zu einem Strandtag zu machen, sondern die Stadt zu erkunden. Nach dem Kommunismus hat man vieles renoviert und Batumi entwickelte sich zu einer modernen schönen Stadt, was klassizistische Häuser und Wolkenkratzer aus Glas zeigen. Manchmal kommt ein Gefühl auf, man befinde sich vielleicht gerade in Barcelona, was durch Palmen und hohe schöne Gebäude hervorgerufen wird.
Morgen werden wir das Schwarze Meer schon wieder verlassen und andere Dinge erleben. Viele Grüße, eure Franzi

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Sugdidi
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Ureki
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Geburtstagsparty
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Batumi

Eingestellt von franzijacob 11:54 Archiviert in Georgien Kommentare (0)

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